Wissen / Auswahl und Temperaturbereiche

Trockeneis oder Tiefkühlelemente für den Pharma-Transport?

Trockeneis und PCM-Tiefkühlelemente erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Wenn sehr niedrige Temperaturen erforderlich und für das Produkt zulässig sind, kann Trockeneis passend sein. Für einen begrenzten Bereich wie −15 bis −25 °C können PCM −21-Elemente infrage kommen. Ein Wechsel des Kühlmediums erfordert eine neue Bewertung der vollständigen Verpackung.

Für Ihre Praxis

Prüfen Sie, ob Ihr Produkt Trockeneis benötigt oder mit PCM −21 versendet werden kann – einschließlich Vorbereitung und möglichem Nachfüllen.

Foam Bricks: Die rechteckige Bauform kann je nach Artikelvariante Wasser oder PCM enthalten.

Welche tiefste Temperatur darf die Ware erreichen?

Die Vorgabe „gefroren“ reicht zur Auswahl des Kühlmediums nicht aus. Prüfen Sie, ob zusätzlich zur oberen Temperaturgrenze auch eine untere Grenze gilt. Darf die Ware beispielsweise nicht unter −25 °C gelangen, ist sie nicht allein deshalb für direkten Trockeneiseinsatz geeignet, weil sie tiefgekühlt transportiert werden muss.

Trockeneis ist festes Kohlendioxid. Es geht unter üblichen Umgebungsbedingungen direkt in Gas über. Die Verpackung muss dieses CO₂ entweichen lassen.

Trockeneis und PCM −21 im Vergleich

Trockeneis kommt für entsprechend tiefe, produktverträgliche Temperaturen infrage. Planen Sie Beschaffung, die tatsächlich beim Packen verfügbare Menge und Gasabführung ein. Wie viel benötigt wird, hängt vom geprüften Aufbau und Transport ab.

PCM-Tiefkühlelemente können einen begrenzten Tiefkühlbereich wie −15 bis −25 °C unterstützen. Sie müssen vor dem Packen nach der Systemvorgabe vorbereitet werden. THERMOCON bietet PCM −21 als Gelpack Pro, Foam Brick und Hartschalenakku an.

Der Schmelzpunkt −21 °C garantiert keinen bestimmten Temperaturverlauf der Ware. PCM −21 ersetzt daher keine Trockeneislösung, wenn deutlich tiefere Temperaturen gefordert sind. Angaben für den Angebotsvergleich finden Sie im Leitfaden zur Pharma-Kühlverpackung.

Was beim Packaufbau zu beachten ist

  • Produkt, Trockeneis und Trennelemente müssen in der vorgegebenen Anordnung Platz finden.
  • CO₂ muss entweichen können; die Verpackung darf nicht gasdicht verschlossen werden.
  • Dauer, Außentemperaturen und Öffnungen beeinflussen, wie viel Trockeneis bis zur Ankunft verbleibt.
  • Soll unterwegs nachgefüllt werden, müssen Ort, Personal, Material und Vorgehen vor dem Versand feststehen.

Das FAA-Merkblatt beschreibt Gefahren und Verpackungsanforderungen für den US-Lufttransport. Klären Sie für die konkrete Sendung zusätzlich die anwendbaren Gefahrgutregeln und Annahmebedingungen mit dem Beförderer.

Bei größeren Sendungen sind auch Zugang und Beladung der Verpackung relevant. Dazu hilft der Artikel über Pallet Shipper für Pharma-Transporte.

Die Trockeneismenge beim Packen erfassen

Trockeneis nimmt beim Sublimieren Wärme auf und verlässt die Box als Gas. Es verliert auch während Vorbereitung und Wartezeit Masse. Die vom Lieferanten ausgewiesene Liefermenge entspricht deshalb nicht zwingend der Menge, die beim Verschließen in der Box liegt.

Für eine erste thermische Abschätzung kann die zugeführte Wärme durch die nutzbare Sublimationsenthalpie geteilt werden. Die Sublimationsenthalpie beschreibt dabei die Wärmeaufnahme je Masseneinheit beim Übergang in Gas. Daraus allein entsteht noch keine Packanweisung: Verteilung und Restmenge müssen alle relevanten Produktpositionen ausreichend schützen.

Prüfen Sie die vorgegebenen Trockeneisformen und Positionen sowie den Zustand beim spätesten vorgesehenen Empfang. Werden Pellets durch Blöcke ersetzt, ist gleiche Startmasse allein kein Nachweis der Gleichwertigkeit.

Nachfüllen vorab mit den Beteiligten vereinbaren

Der Hinweis „bei Bedarf nachfüllen“ genügt bei einer längeren Zollwartezeit nicht. Wer hat Zugang zur Sendung? Ist geeignetes Trockeneis verfügbar? Wer darf die Verpackung öffnen, und wie lange darf sie offenbleiben? Wie wird das frei werdende CO₂ sicher abgeführt?

Die Arbeitsanweisung sollte das Nachfüllkriterium, Kontrollen des Produktzustands und der Messdaten, nachgelegte Masse, Zeitpunkt und erneuten Verschluss festlegen. Prüfen Sie diesen Eingriff als Teil des Transportablaufs. Für Lufttransporte sind auch die Gefahrgutanforderungen und die Bedingungen des Beförderers abzustimmen.

Bei einer Umstellung auf PCM −21 prüfen Sie zuerst die Temperaturanforderung der Ware. Erst wenn diese erfüllt werden kann, lohnt der Vergleich von Gefrierkapazität, Vorbereitungszeit, verfügbarem Produktfach und Transportkosten.

Warum ein allgemeiner Verbrauch in Kilogramm pro Tag nicht genügt

Eine größere Box, eine andere Dämmung oder zusätzliches Öffnen verändert den Trockeneisbedarf. Verwenden Sie deshalb Daten des vorgesehenen Aufbaus und berücksichtigen Sie die geplanten Verzögerungen. Bereits vor Transportbeginn sublimiertes Trockeneis steht später nicht mehr zur Verfügung.

Dokumentieren Sie die beim Packen eingesetzte Menge und den Zeitpunkt. Wie der Nachweis für die vollständige Verpackung aufgebaut wird, erläutert der Artikel zur Qualifizierung von Thermoverpackungen.

Diese Angaben gehören in die Anfrage

Nennen Sie Temperaturgrenzen, Produktmaße und -menge, Starttemperatur, Versanddauer, Transportmittel und Zwischenstopps. Ergänzen Sie, ob am Standort Trockeneis sicher beschafft und gehandhabt werden kann oder welche Gefriergeräte für PCM vorhanden sind. Diese Angaben helfen, ein geeignetes Kühlmedium und den dazu passenden Packaufbau auszuwählen.

Quellen

Quellen geprüft am 12. September 2026.

Prüfen, ob PCM −21 für Ihre Sendung passt

Teilen Sie uns obere und gegebenenfalls untere Temperaturgrenze, Versanddauer und geplante Zwischenstopps mit. Dann lässt sich prüfen, ob PCM −21 für Ihre Ware infrage kommt.

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