Thermal Mass / thermische Masse
Thermal Mass, deutsch thermische Masse, bezeichnet im Verpackungskontext die thermische Trägheit einer Beladung. Gemeint ist nicht nur ihr Gewicht, sondern ihre Fähigkeit, Wärme aufzunehmen oder abzugeben. Außerhalb eines Phasenwechsels gilt für ein einheitliches Material C = m · cp, mit der Einheit J/K. Bei mehreren Materialien werden deren Wärmekapazitäten addiert.
Warum reagieren gleich schwere Beladungen unterschiedlich?
- Materialien haben unterschiedliche spezifische Wärmekapazitäten. Ein Kilogramm wässrige Lösung und ein Kilogramm trockener Feststoff sind thermisch nicht gleichwertig.
- Bei ähnlichem Wärmeeintrag ändert sich die Temperatur einer größeren Wärmekapazität langsamer. Vereinfacht gilt ΔT = Q/C.
- Ausgangstemperatur, Form, Verteilung und Wärmeübergang beeinflussen den tatsächlichen Verlauf im Versand zusätzlich.
Ist eine leere Box immer der schlechteste Prüffall?
Nein. Wenig Beladung kann schnell auf Außenbedingungen reagieren; eine hohe oder zu warme Beladung kann das Kühlsystem dagegen stärker beanspruchen. Geeignete Prüffälle werden für das System begründet festgelegt. Ein Prüfdummy sollte die relevanten thermischen Eigenschaften des realen Produkts abbilden.
Verwandte Begriffe: Volumetrische Wärmekapazität · Klimakammertest
Fachliche Grundlagen:
OpenStax: Temperaturänderung und Wärmekapazität
ISTA: Überblick zu Procedure 7D