Kühlverpackungen für GDP-konforme Pharma-Transporte
Passive Thermoverpackungen für den temperaturgeführten Transport
Cold Chain-Verpackungen für Pharma & Biotech
Temperaturgeführte Pharma-Transporte scheitern selten an einem einzelnen Faktor. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Produktanforderung, Temperaturbereich, Transportdauer, Verpackungssystem, Kühlelementen, Vorkonditionierung, Packprozess, Qualifizierung und realem Transportprofil. Genau hier setzt dieser Leitfaden an.
THERMOCON entwickelt und produziert passive Thermoverpackungen, Thermoboxen, Kühlelemente und Komplettsysteme für temperaturempfindliche Produkte. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, die passende Kühlverpackung für Pharma, Biotech, Diagnostik, Laborlogistik, klinische Studien, Krankenhauslogistik und Pharmadistribution auszuwählen – von +2 bis +8°C über +15 bis +25°C bis zu Frozen- und Deep-Frozen-Anwendungen mit Trockeneis. Auch abweichende Temperaturprofile können mit geeigneten Phase Change Materials und kundenspezifischen Schmelzpunkten bewertet werden.
Ob EPS-Thermobox, rEPS-Lösung mit Recyclinganteil, Papier-Thermobox, wiederverwendbare EPP-Box, VIP-System, PCM-Kühlelement, Gel Pack, Foam Brick, Hartschalenakku, Trockeneis-Thermobox oder Palettenlösung: Entscheidend ist nicht die einzelne Komponente, sondern ein beherrschbares, nachweisbares Gesamtsystem des temperaturgeführten Transports.
Auswahl & Planung
Welche Kühlverpackung passt zu Ihrem Transportprofil?
Die wichtigste Frage lautet nicht: Welche Box ist die beste? Sondern: Welche Verpackung hält mein konkretes Produkt unter den realen Transportbedingungen sicher im geforderten Temperaturbereich? Zusätzlich muss geklärt werden, ob maximale thermische Sicherheit, Prozessstabilität, Wirtschaftlichkeit oder eine bestimmte Nachhaltigkeitsanforderung im Vordergrund steht.
Eine geeignete Pharma-Kühlverpackung muss zu folgenden Faktoren passen:
- Temperaturbereich des Produkts und erforderliche Striktheit des Temperaturfensters.
- Transportdauer inklusive Sicherheitsreserve.
- Nutzvolumen, Produktabmessungen, Produktgewicht und Payload.
- Anzahl und Unterschiedlichkeit der Versandrouten.
- Außentemperaturprofil im Sommer, Winter oder Ganzjahr.
- Vorhersehbarkeit der Außentemperaturen auf den Versandabschnitten.
- Kombination mit aktiver Kühlung, beispielsweise Lager, Lkw oder Zwischenlager.
- Klimatische Richtung: Versand von heiß nach kalt, kalt nach heiß oder zwischen unterschiedlichen Klimazonen.
- Transportart: Paket, Kurier, Kliniktransport, Luftfracht oder Palette.
- Packprozess, Schulungsstand und Qualifikationsniveau der Anwender.
- Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Rückführbarkeit und TCO.
Außentemperaturprofil und Shipping Lanes
Wasserbasierte Kühlelemente und Saisonalität
Gut bekannte vs. unbekannte Shipping Lanes
Komplexe Netzwerke: robustere Lösungen
PCM, VIP und qualifizierte Universal-Packouts
Zentrale Abwägung: spezifisch optimiert oder robust ausgelegt?

+2 bis +8°C Paketversand
vorqualifizierte EPS/rEPS- oder
VIP/PCM-Thermobox
Freeze-Shock, Laufzeitreserve,
Packanweisung

+15 bis +25°C
passive Isolierlösung mit
geeigneter thermischer Pufferung
Schutz vor Sommerhitze
und Winterfrost

-15 bis -25°C / Frozen
Tiefkühlakku, Foam Brick, PCM-
Frozen oder Spezialkonfiguration
Tiefkühlakku, Foam Brick, PCM-
Frozen oder Spezialkonfiguration

Deep Frozen / Trockeneis
Trockeneis-geeignete Thermobox
oder Dry-Ice-Shipper
Sublimation, sehr niedrige
Temperatur, Kennzeichnung,
Sicherheit

Last Mile / Kliniklogistik
robuste, einfach zu
packende Thermobox
Bedienfehler, kurze Übergaben,
schnelle Prozesse

Clinical Trials / Biotech
präzise, dokumentierbare
Lösung mit hoher Sicherheit
geringe Payload, hoher
Warenwert, QA-Anforderungen

Palettenversand
passive Palettenlösung oder
Thermohaube Systemauslegung
Tarmac-Risiko, Laufzeit,
Lane-Profil

nachhaltiger Einwegversand
Papier-Thermobox oder
rEPS-Thermobox
Entsorgung, Recyclingfähigkeit,
Performance
Praxisregel: Je enger der Temperaturkorridor, je höher der Warenwert, je länger die Laufzeit und je unplanbarer die zu erwartenden Außentemperaturen, desto größer sollte die thermische Reserve der Kühlverpackung ausgelegt werden.
Das kann dann beispielsweise den Einsatz von Vakuumisolationspaneelen oder Phase Change Materials (PCM) erfordern.
Regulatorik & Compliance
Was bedeutet GDP für Kühlverpackungen?
Wichtig ist die saubere Einordnung: Hersteller von Thermoverpackungen unterliegen formell nicht selbst der GDP-Richtlinie wie pharmazeutische Hersteller, Großhändler oder Logistikdienstleister und werden nicht im gleichen Sinne behördlich als GDP-Betrieb auditiert.
Die Kühlverpackung spielt jedoch bei Pharmalogistikern und Herstellern temperaturempfindlicher pharmazeutischer Produkte eine zentrale Rolle für einen GDP-konformen, beherrschten Transportprozess.
Für passive Kühlverpackungen bedeutet GDP in der Praxis: Nicht die Box allein ist GDP-konform. Die Verpackung muss Teil eines kontrollierten, dokumentierten und beherrschbaren Prozesses sein.
Dazu gehören geeignete Thermoboxen, passende Kühlelemente, klare Packanweisungen, geschulte Mitarbeiter, definierte Vorkonditionierung, dokumentierte Handhabung und eine risikobasierte Bewertung des Transportwegs.
- Welcher Temperaturbereich ist für das Produkt vorgeschrieben?
- Wie lange muss die Temperatur sicher gehalten werden?
- Wurde die Thermobox mit realistischem Payload getestet?
- Gibt es Sommer-, Winter- oder Ganzjahreskonfigurationen?
- Sind die Kühlelemente korrekt vorkonditioniert?
- Kann direkter Kontakt zwischen Produkt und zu kalten Kühlelementen vermieden werden?
- Ist die Packanweisung eindeutig, visuell verständlich und operativ umsetzbar?
- Gibt es eine dokumentierte Qualifizierung oder Vorqualifizierung?
Temperaturbereiche und typische Produktbeispiele
Die folgenden Beispiele von Temperaturbereichen und Produkten dienen der Orientierung. Dabei ist zu berücksichtigen, dass zum Beispiel bei bestimmten Blutprodukten die Anforderungen an die Lager- und Transporttemperatur voneinander abweichen können.
Maßgeblich sind immer Produktinformation, Herstellerangaben, Stabilitätsdaten, regulatorische Anforderungen und interne Qualitätsspezifikationen.
| Temperaturbereich beim Transport | Typische Produktbeispiele | Mögliche THERMOCON- Lösung |
|---|---|---|
| +2 bis +8°C | viele Impfstoffe, Insulin in bestimmten Lieferketten, Biologika, Diagnostik-Reagenzien, klinische Prüfpräparate | Thermobox mit Gel Packs, Foam Bricks, PCM oder vorqualifiziertem Packout |
| +15 bis +25°C | bestimmte Arzneimittel, Diagnostik-Kits, Reagenzien, Medizinprodukte | passive Isolierung, PCM-Elemente, CRT-Packout; häufig auch ohne Kühl-/ Wärmeelemente |
| +2 bis +10°C | bestimmte Blutprodukte wie Erythrozytenkonzentrat oder gekühlte Proben, je nach Vorgabe | Labor-/Diagnostik-Verpackung mit passendem Packout |
| -15°C / Frozen | bestimmte Plasma-Komponenten, Diagnostikproben, Reagenzien, Biotech-Proben | Tiefkühlakku, Foam Brick, PCM-Frozen, Trockeneis |
| Deep Frozen / Trockeneis | bestimmte Zell-, Gewebe-, DNA-/RNA- oder Forschungsproben, klinische Studienmaterialien | Thermobox für Trockeneis oder alternatives Frozen-Packout |
+2 bis +8°C: klassische Pharma-Kühlkette
Der Bereich +2 bis +8°C ist einer der wichtigsten Temperaturbereiche in der Pharmalogistik. Die Herausforderung besteht darin, Überwärmung oberhalb von +8 °C und Unterkühlung unterhalb von +2 °C gleichzeitig zu vermeiden. Bei wasserbasierten oder zu kalt vorkonditionierten Kühlelementen kann direkter Produktkontakt zu Freeze-Shock führen.
Je nach Jahreszeit und Außentemperatur sind bei wasserbasierten Kühlelementen häufig unterschiedliche Bestückungen erforderlich. Besonders kritisch ist bei manchen Produkten ein teilweises oder vollständiges Einfrieren bei Unterschreitung der unteren Temperaturgrenze, da die Wirksamkeit oder Qualität negativ beeinflusst werden kann. Tückisch ist, dass ein zwischenzeitlich gefrorenes Produkt bei Ankunft wieder aufgetaut sein kann und der Schaden für den Empfänger nicht unmittelbar erkennbar ist.
geeignetes Isolationsmaterial
korrekt konditionierte Kühlelemente
Trennung zwischen und Kühlakku und Produkt
ausreichende Laufzeitreserve
klare Packanweisung
reale Test- und Qualifizierungsbedingungen
+15 bis +25°C / CRT: kontrollierte Raumtemperatur wird oft unterschätzt
CRT-Produkte benötigen keine klassische +2 bis +8°C-Kühlung, können aber durch Sommerhitze, Winterfrost, Paketnetzwerke, Wartezeiten und unkontrollierte Übergabepunkte gefährdet werden. Eine passive Thermoverpackung für +15 bis +25°C muss nicht maximal kühlen, sondern thermische Schwankungen abpuffern.
Häufig erfolgt dies mit wasserbasierten, raumtemperierten Kühlelementen; in einigen Fällen kann sogar eine Lösung ohne Kühl- oder Wärmeelemente ausreichend sein. Verstärkt kommen spezielle PCM-Akkus zum Einsatz, die die Thermoverpackung zu einer robusteren Ambient-Lösung machen können. Welche Variante geeignet ist, muss unter technischen und kaufmännischen Gesichtspunkten bewertet werden
-15°C/Frozen und Deep Frozen: Trockeneis und Alternativen richtig einordnen
Für Tiefkühl- und Deep-Frozen-Transporte werden häufig Trockeneis, spezielle Tiefkühl-Kühlelemente, Foam Bricks oder PCM-Frozen-Elemente eingesetzt. Trockeneis ist dabei nicht nur ein Risiko, sondern ein wichtiger eigener Markt. Es besitzt eine extrem hohe Energiedichte, auch durch den Phasenwechsel von fest zu gasförmig. Von der reinen latenten Energie her ist Trockeneis für viele Anwendungen schwer zu übertreffen.
Für viele Produkte ist Trockeneis nach wie vor die richtige Lösung. Für andere Anwendungen können PCM-Frozen-Elemente oder Tiefkühlakkus sinnvoller sein. Sie spielen ihre Vorteile insbesondere beim sichereren Handling, bei Mehrwegfähigkeit, bei geringerer Gefahrstoffkomplexität oder bei definierten Temperaturuntergrenzen aus. Trockeneis kann im Paketversand und in der Luftfracht Einschränkungen, Mengenbeschränkungen oder Kennzeichnungsanforderungen unterliegen. Zudem gibt es Produkte, bei denen eine Temperaturuntergrenze einzuhalten ist; in solchen Fällen kann Trockeneis mit etwa -78 °C zu kalt sein.
Passive Kühlung
Passive Kühlverpackung: Warum sie in der Pharma-Logistik so wichtig ist
| Vorteile | Grenzen |
|---|---|
| unabhängig von externer Energieversorgung; geeignet für Paket-, Kurier- und Übergabepunkte; skalierbar vom Probenversand bis zur Palette; vorqualifizierte Varianten schnell einsetzbar | begrenzte Laufzeit; abhängig von Payload, Packout, Akkukonditionierung, Außentemperaturprofil und operativer Umsetzung |
EPS, rEPS, Papier, EPP, VIP und PCM: Welche Technologie passt?
Im Mittelpunkt steht zunächst die sichere Einhaltung des geforderten Temperaturbereichs. Nutzer suchen nach Antworten auf konkrete Transportfragen: Welche Kühlbox eignet sich für +2 bis +8 °C? Wann ist PCM sinnvoll? Welche Lösung passt zu Laufzeit, Route und Payload?
Wenn die thermische Eignung erfüllt ist, gewinnen weitere Kriterien an Bedeutung: Recyclingfähigkeit, Entsorgung, Verpackungsimage, Handling, Frachtvolumen, Wiederverwendbarkeit und Total Cost of Ownership.
Da es nicht die eine richtige Verpackung für alle Anwendungen gibt, bietet THERMOCON ein breites Portfolio an passiven Thermoverpackungen: von EPS-Thermoboxen und papierbasierten Verpackungen über Kühlelemente und PCM bis zu vorqualifizierten Systemen, Mehrweg-Lösungen und Pallet Shippern.
EPS und rEPS
Papier-Thermoboxen
Papier-Thermoboxen sind interessant für nachhaltigere Einwegkonzepte, einfache Entsorgung und Recyclingfähigkeit. Die thermische Performance muss jedoch zum konkreten Temperaturprofil, zur Laufzeit und zum Produkt passen.
Mehrwegboxen
Mehrwegboxen sind robust, rückführbar und geeignet für Last Mile, Kliniklogistik, regelmäßige Routen und wiederholte Nutzung. Ob Mehrweg sinnvoll ist, hängt von Rückführung, Reinigung, Verlustquote und TCO ab.
VIP
Vakuumisolationspaneele sind Hochleistungsdämmmaterialien. Sie eignen sich für lange Laufzeiten, kompakte Außenmaße, hohe Nutzvolumenausnutzung und Premiumanwendungen. Gleichzeitig sind VIP-Systeme deutlich kostenintensiver als beispielsweise EPS und müssen konstruktiv vor Beschädigung geschützt werden.
PCM
PCM-Kühlelemente stabilisieren Temperaturbereiche durch Phasenwechsel. Sie sind relevant für +2 bis +8°C , CRT, Frozen, Mehrwegprozesse und Anwendungen mit Freeze-Shock-Risiko. Durch individuell ausgewählte Schmelzpunkte können PCM- Elemente für spezielle Temperaturprofile ausgelegt werden.
Kühlelemente
Kühlelemente richtig auswählen
Die Thermobox allein entscheidet nicht über die Kühlleistung. Kühlelemente müssen zur Box, zum Produkt, zum Temperaturbereich, zur Laufzeit und zum Packprozess passen.
Gel Packs
Flexibel und wirtschaftlich für einfachere Anwendungen. Korrekte Temperierung und Platzierung sind entscheidend. Als budgetorientierte Lösung können sie bei qualifizierten Thermoverpackungen allerdings herausfordernd sein, wenn eine reproduzierbare und prozesssichere Positionierung gefordert ist.
PCM-Kühlelemente
Akkus mit Phasenwechselmaterialien. Spezielle Schmelzpunkte für definierte Temperaturbereiche. Können Freeze-Shock-Risiken reduzieren und universelle Ganzjahres-Packouts ermöglichen.
Foam Bricks
Formstabile Kühlelemente für reproduzierbare Packouts und höhere Prozesssicherheit; häufig eine robustere Alternative zu Gel Packs
Hartschalenakkus
Robust, wiederverwendbar und gut geeignet für Mehrweg und standardisierte Prozesse.
Flexible Kühlmatten
Durch die Segmentierung bleibt die Kühlmatte auch im gefrorenem Zustand flexibel
Cold-Shock vermeiden
Cold-Shock kann auftreten, wenn ein frostempfindliches Produkt zu nah an einem zu kalten Akku liegt oder wenn Kühlelemente falsch vorkonditioniert wurden. Unterkühlung ist bei +2 bis +8°C-Produkten genauso ernst zu nehmen wie Überwärmung.
Häufig werden wasserbasierte Kühlelemente bei etwa -20 °C eingefroren. Wenn das Einlegen des Kühlelements in die qualifizierte Thermoverpackung beispielsweise bei -5 °C erfolgen soll, um Cold-Shock zu vermeiden, muss das Kühlelement kontrolliert temperiert oder angetaut werden. Dafür braucht es einen klar definierten Prozess: Wie lange muss das Kühlelement bei welcher Temperatur vorkonditioniert werden? Muss es aus der Verpackungseinheit entnommen und vereinzelt werden? Das Vorkonditionieren eines kompletten Kartons mit Kühlelementen verhält sich thermisch anders als das Vorkonditionieren eines einzelnen Kühlelements.
Es gibt auch Verpackungslösungen, bei denen auf ein aufwändiges Vorkonditionieren verzichtet werden kann. Das kann die Prozessstabilität erhöhen und den Packprozess effizienter machen, weil Platz und Zeit für das Vorkonditionieren reduziert werden. Besonders relevant ist das bei Kühlverpackungen mit vielen Kühlelementen, zum Beispiel Pallet Shippern und Pallet Transportern. THERMOCON kann solche Packouts so auslegen, dass wasserbasierte Kühlelemente je nach System direkt aus dem Tiefkühlhaus in die Palettenbox bestückt werden können. Die konkrete Eignung muss immer im jeweiligen Packout geprüft werden.
- definierte Akkutemperierung
- intensives Training und Sensibilisierung des Verpackungspersonals
- geeignete PCM-Auswahl
- klare Trennung zwischen Produkt und Kühlelement
- Spacer und Inlays
- visuelle Packanweisung
- Qualifizierung mit realistischem Payload
Vorqualifizierung, Qualifizierung und Temperaturstandards
Eine vorqualifizierte Thermobox wurde unter definierten Bedingungen getestet. Ob diese Bedingungen zum eigenen Produkt passen, hängt von Temperaturbereich, Payload, Laufzeit, Route und Handling ab. Eine kundenspezifische Qualifizierung prüft eine Thermoverpackung mit einem spezifischen Kühlakku-Packout gegen realitätsgetreue Anforderungen eines Produkts oder einer Route.
Für thermische Tests können je nach Anforderung ISTA 7D, ISTA 7E, AFNOR-Profile oder kundenspezifische Temperaturprofile relevant sein.
Wichtig ist: Kein Standardprofil ersetzt automatisch die Bewertung der realen Route. Genau daher ist der Begriff vorqualifizierte Thermoverpackung sauber zu verwenden. Eine Vorqualifizierung ist ein guter Indikator für die Eignung einer Kühlverpackung, ersetzt aber nicht automatisch die kundenseitige Bewertung oder Qualifizierung unter realitätsgetreuen Versandbedingungen.
- Außentemperaturprofil
- Laufzeit
- Payload
- Starttemperatur des Produkts
- Akkutemperierung
- Packreihenfolge
- Messpunktpositionen
- Toleranzen und Sicherheitsreserven
Packprozess-Sicherheit
In der pharmazeutischen Kühlkette ist der Faktor Mensch ein zentrales Risiko. Ein gutes Verpackungssystem kann versagen, wenn Akkus falsch konditioniert, saisonale Packouts verwechselt oder Produkt und Akku falsch angeordnet werden.
Insbesondere bei unvorhergesehenen Außentemperaturen können saisonale Packouts mit wasserbasierten Kühlelementen schnell an ihre Grenzen kommen. Ob eine bestimmte Quote an Temperature Excursions akzeptabel ist, hängt von der individuellen Bewertung des Kunden ab. Ein Element dieser Bewertung ist, ob die geringeren Kosten wasserbasierter Lösungen eine potenziell höhere Ausfall- oder Abweichungswahrscheinlichkeit kaufmännisch kompensieren. Es gilt kein pauschales Prinzip, dass ein Universal-Packout grundsätzlich besser ist als ein saisonales Packout. Entscheidend ist immer der Einzelfall.
Risiken
- falsche Anzahl oder falscher Typ von Kühlelementen
- Akkus nicht vollständig gefroren
- Akkus nicht richtig vorkonditioniert / angetaut
- Sommer-/Winterpackout verwechselt
Maßnahmen
- Checklisten und Schulung
- farblich gekennzeichnete Akkus
- eindeutige Packanweisungen
- Fotos/Piktogramme
- Standardprozesse für verschiedene Thermoverpackungen
- Ganzjahres-Packouts
Anwendungsszenarien

Pharmahersteller und Biotech- Unternehmen
+2 bis +8°C oder CRT, empfindliche Wirkstoffe, hoher Warenwert, internationale Distribution, QA-Freigabe

Clinical Trials
kleine Payloads, hohe Temperaturstabilität, dezentrale Standorte, dokumentierte Prozesse

Labor, Diagnostik und medizinische Proben
kleine Nutzvolumen, schnelle Prozesse, Probenintegrität, +2 bis +8°C, CRT, Frozen oder Trockeneis

Krankenhaus, Klinik und Apotheke
Last Mile, robuste Boxen, einfache Reinigung, klare Packanweisungen

Pharmalogistik und 3PL
Standardisierung, schnelle Packprozesse, Paletten- und Paketlösungen, TCO
Last Mile, Luftfracht und Palettenversand
Die letzte Meile, Luftfracht und Palettenversand haben jeweils eigene Risiken. Last Mile ist operativ fehleranfällig, Luftfracht hat Tarmac-, Zoll- und Handlingrisiken, Palettenversand erfordert eine Betrachtung der Temperaturverteilung im größeren Volumen. Bei 2–8 °C-Versendungen per Luftfracht ist die Kombination aus aktiv kontrollierten Transportabschnitten und passiver Kühlverpackung häufig besonders sinnvoll.
Ein aktiv temperierter Vorlauf zum Flughafen, zum Beispiel mit einem 15–25 °C-LKW, reduziert die thermische Belastung der passiven 2–8 °C-Thermobox und macht die Umgebungstemperatur entlang dieses Abschnitts besser planbar.
Die passive Kühlverpackung bleibt dennoch entscheidend. Sie schützt das Produkt im Inneren und muss vor allem in unkontrollierten Phasen ihre volle Leistung zeigen: auf dem Tarmac, wenn kein Cool-Dolly verwendet wird, während Zollabfertigung, Cross-Docking, Wartezeiten oder Übergaben zwischen Temperaturzonen.
Für die Verpackungsauslegung ist deshalb nicht nur die gesamte Transportdauer relevant, sondern die Aufteilung der Shipping Lane in kontrollierte und unkontrollierte Abschnitte.
Je besser diese Phasen bekannt sind, desto präziser kann das Packout ausgelegt werden. Je weniger planbar die Lane ist, desto wichtiger werden Sicherheitsreserve, PCM, VIP, Monitoring und risikobasierte Qualifizierung.
Last Mile: Bedienerfreundlichkeit, kurze Öffnungszeiten, robuste Akkukonzepte
Luftfracht: Vorfeldzeiten, Trucking, Lager, Zoll, Tarmac-Risiko.
Palettenversand: große thermische Masse, ungleichmäßige Temperaturverteilung, Lane-Profil.
Einweg, Mehrweg, TCO und Nachhaltigkeit
Die Entscheidung zwischen Einweg- und Mehrweg-Thermoverpackung darf nicht allein über den Stückpreis getroffen werden. Entscheidend sind Total Cost of Ownership und Prozessfähigkeit.
- Anschaffungspreis der Box
- Kühlelemente
- Packzeit
- Vorkonditionierungsaufwand
- Volumengewicht
- Transportkosten
- Entsorgung
- Rücktransport
- Reinigung
- Verlustquote
- Requalifizierung
- Kosten einer Temperature Excursion
Nachhaltigkeit hängt nicht nur vom Material ab. Relevant sind Lebensdauer, Recyclingfähigkeit, Umlaufzahl, Rücktransport, Reinigung, Bruchquote, Volumengewicht und Entsorgungsinfrastruktur.
Temperature Excursion Management
Eine Temperature Excursion ist eine Abweichung vom vorgegebenen Temperaturbereich. Sie kann zu Sperrung, QA-Bewertung, Nachprüfung oder im schlimmsten Fall zur Vernichtung der Ware führen. Verpackung, Monitoring, SOPs, Lane-Risiko und QA-Prozess sollten zusammen betrachtet werden.
- risikobasierte Systemauswahl
- qualifizierte Packouts
- realistische Sommer-/Winterprofile
- korrekt konditionierte Kühlelemente
- Monitoring bei kritischen Sendungen
- Risk Lane Analysis
- klare Abweichungsprozesse
THERMOCON als Partner
THERMOCON unterstützt Unternehmen nicht nur mit einzelnen Thermoboxen oder Kühlelementen, sondern mit passiven Systemlösungen. Je nach Anforderung können vorqualifizierte Standardlösungen, modulare Systeme oder kundenspezifisch entwickelte Packouts sinnvoll sein.
- Auswahl geeigneter Thermoboxen
- Auslegung von +2 bis +8°C-, CRT-, Frozen- und Trockeneis-Profilen
- Auswahl passender Kühlelemente
- EPS/rEPS-, Papier-, EPP- und Palettenlösungen
- thermische Simulation
- Klimakammertests
- Qualifizierung
- Packprozessoptimierung
- Risk Lane Analysis
- TCO- und Nachhaltigkeitsbetrachtung
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine GDP-taugliche Kühlverpackung?
Eine Verpackungslösung, die im Rahmen eines kontrollierten Transportprozesses dazu beiträgt, die Qualität und Integrität eines Arzneimittels zu erhalten. Dazu gehören Box, Kühlelemente, Packanweisung, Schulung, Dokumentation und gegebenenfalls Qualifizierung.
Ist eine vorqualifizierte Thermobox automatisch für jedes Produkt geeignet?
Nein. Eine Vorqualifizierung gilt nur für die getesteten Bedingungen. Entscheidend sind Temperaturbereich, Laufzeit, Payload, Route und Handlingprozess.
Was ist der Unterschied zwischen Gel Pack, Foam Brick und PCM-Kühlakku?
Gel Packs sind budgetorientierte Standard-Kühlelemente. Die fehlende Formstabilität kann in qualifizierten Kühlverpackungen herausfordernd sein, wenn eine reproduzierbare, prozesssichere Positionierung erforderlich ist. Formstabile Foam Bricks können hier eine prozesssicherere Alternative sein. PCM-Kühlakkus nutzen Phasenwechselmaterialien mit speziellen Schmelzpunkten und können definierte Temperaturbereiche stabilisieren. Dadurch lassen sich schwankende Außentemperaturen häufig besser kompensieren als mit rein wasserbasierten Kühlelementen.
Wann brauche ich VIP?
Vakuumisolationspaneele sind Hochleistungsdämmmaterialien. Sie sind sinnvoll bei langen Laufzeiten, kompakten Außenmaßen, hohem Warenwert, Mehrwegprozessen oder besonders anspruchsvollen Temperaturprofilen. Gleichzeitig sind VIP-Systeme deutlich teurer als beispielsweise EPS und sollten dort eingesetzt werden, wo die thermische oder wirtschaftliche Gesamtrechnung dies rechtfertigt.
Wie vermeidet man Cold-Shock?
Durch passende Kühlelemente, richtige Vorkonditionierung, Abstand zwischen Produkt und Akku, Spacer, Inlays, klare Packanweisungen und Qualifizierung mit realistischer Payload. Das Bestücken der Kühlakkus in die Thermoverpackung gehört zu den kritischsten Prozessschritten beim Versand temperaturempfindlicher Produkte. Training und Prozesssicherheit sind elementar, um Temperature Excursions zu verhindern.
Trockeneis oder Trockeneis-Alternative?
Trockeneis ist nach wie vor ein extrem leistungsstarkes Kühlmittel und aus temperaturgeführten Deep-Frozen-Transporten nicht wegzudenken. Für manche Anwendungen ist Trockeneis die richtige Lösung. Für andere können PCM-Frozen-Elemente, Foam Bricks oder Tiefkühlakkus sinnvoller sein, zum Beispiel wenn Verfügbarkeit, Temperaturuntergrenzen, Beschränkungen bei Trockeneis oder Sicherheit beim Handling im Vordergrund stehen. Entscheidend ist das konkrete Produkt- und Transportprofil.
Sie planen den Versand temperaturempfindlicher Pharma-, Biotech-, Diagnostik- oder Laborprodukte?
Sie planen den Versand temperaturempfindlicher Pharma-, Biotech-, Diagnostik- oder Laborprodukte? THERMOCON unterstützt Sie bei der Auswahl und Auslegung geeigneter passiver Thermoverpackungen – von vorqualifizierten Standardboxen bis zu kundenspezifischen PCM-, VIP-, Papier-, rEPS-, EPP-, Trockeneis- und Palettenlösungen.