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Passive oder aktive Kühlung in der Pharma-Logistik?
Passive Kühlverpackungen halten die Temperatur durch Dämmung und vorbereitete Kühlelemente. Aktive Systeme kühlen oder heizen mit einer geregelten Anlage und benötigen dafür Energie. Beide können kombiniert werden: Ein temperiertes Fahrzeug begrenzt die Außentemperatur, während eine passive Box die Ware auch beim Umladen und Zustellen schützt.
Für Ihre Praxis
Welche Lösung hält die Temperatur auch dann, wenn die Sendung auf Abholung wartet oder umgeladen wird?
Beispiel: Kühlware im temperierten Fahrzeug
Fahrzeug: +15 bis +25 °C
Das Fahrzeug begrenzt die Temperatur außerhalb der Box. Es hält ungeschützte Ware nicht bei +2 bis +8 °C.
Ware: +2 bis +8 °C
Die dafür ausgelegte passive Verpackung übernimmt den Schutz der Ware. Der Test muss Fahrt, Umladen und Zustellung gemeinsam abdecken.
In diesem Leitfaden
- Welche Vorbereitung brauchen passive und aktive Systeme?
- Welche Versandaufgabe spricht für welches Konzept?
- Beispiel: +2 bis +8 °C in einem Fahrzeug mit +15 bis +25 °C
- Verfügbarkeit, Verzögerungen und Rückgabe vergleichen
- Was passiert nach dem Entladen am Umschlagort?
- Umladen und Zwischenlagern in den Vergleich aufnehmen
- Kosten für denselben Versandablauf berechnen
Welche Vorbereitung brauchen passive und aktive Systeme?
Passiv: Die isolierte Verpackung enthält beispielsweise wasserbasierte Kühlelemente, spezielles PCM oder Trockeneis. Diese können nur eine begrenzte Wärmemenge aufnehmen oder abgeben. Vorbereitung, Menge und Anordnung müssen zur Beladung und zum Temperaturverlauf des gesamten Transports passen.
Aktiv: Ein temperiertes Fahrzeug oder ein entsprechender Container regelt seine Temperatur. Ob er kühlen und heizen kann, wie lange seine Energieversorgung reicht und welche Beladung zulässig ist, ergibt sich aus der jeweiligen Betriebsdokumentation. Wartung, Energie und korrekter Betrieb bleiben erforderlich.
Welche Versandaufgabe spricht für welches Konzept?
- Viele einzelne Empfänger: Prüfen Sie passive Paketverpackungen, die ohne technische Ausstattung beim Empfänger auskommen und bis zur Einlagerung schützen.
- Große, regelmäßig gebündelte Mengen: Vergleichen Sie einen aktiv temperierten Transport mit passiven Palettenverpackungen. Berücksichtigen Sie auch Entladen und Rückgabe.
- Umladen ohne Temperaturkontrolle: Ermitteln Sie, wie lange die Sendung dort wartet und welchen Temperaturen sie ausgesetzt ist.
- Begrenzte Ausstattung am Standort: Prüfen Sie bei aktiven Systemen Strom- und Geräteverfügbarkeit, bei passiven Systemen Gefrierkapazität und Platz für die Vorbereitung.
Die Anforderungen an große passive Verpackungen beschreibt der Artikel über Pallet Shipper.
Beispiel: +2 bis +8 °C in einem Fahrzeug mit +15 bis +25 °C
Ein auf +15 bis +25 °C temperiertes Fahrzeug hält ungeschützte Ware nicht bei +2 bis +8 °C. In einer geprüften Kombination übernimmt die passive Box den Schutz der Ware. Das Fahrzeug sorgt dafür, dass die Box auf diesem Abschnitt geringeren Temperaturschwankungen ausgesetzt ist.
Auch im Fahrzeug gelangt Wärme in die kältere Box. Ihre Kühlelemente werden daher während der Fahrt beansprucht. Nach dem Entladen können die Kühlelemente daher weniger zusätzliche Wärme aufnehmen als beim Packen. Die Prüfung muss Fahrt, Wartezeit und letzte Meile bis zur Einlagerung zusammen abdecken.
Verfügbarkeit, Verzögerungen und Rückgabe vergleichen
| Situation | Aktives System | Passive Verpackung |
|---|---|---|
| Die Abfahrt verzögert sich | Sind Energieversorgung, Betriebsüberwachung und Zugriff auf das Gerät gesichert? | Wie lange darf die gepackte Box warten? Ist eine bestimmte Zwischenlagerung vorgesehen? |
| Die Sendung soll gepackt werden | Sind Container, Ladezustand und technische Freigabe vorhanden? | Sind die richtige Box und vollständig vorbereitete Kühlelemente verfügbar? |
| Die Ware kommt an | Kann der Empfänger entladen, den Container abstellen und zurückgeben? | Kann der Empfänger annehmen und einlagern? Bei Mehrweg: Wer organisiert die Rücksendung? |
| Ein Temperaturalarm tritt auf | Wer reagiert, und welche Maßnahme ist vor Ort möglich? | Wer reagiert, und welche Maßnahme passt zum geprüften Packaufbau? |
Ein Datenlogger oder eine Funkverbindung macht eine passive Box nicht zu einem aktiv gekühlten System. Umgekehrt muss ein aktives System nicht ständig am Stromnetz hängen; prüfen Sie die vorgesehene Energieversorgung und Betriebsdauer.
Was passiert nach dem Entladen am Umschlagort?
Beispiel: Der Haupttransport erfolgt im temperierten Fahrzeug. Danach wartet die Sendung in einer Halle auf den lokalen Zusteller. Die Temperaturaufzeichnung des Fahrzeugs sagt nicht, ob die Ware während dieser Wartezeit geschützt bleibt.
Klären Sie die längste zu erwartende Wartezeit und die Temperaturen in der Halle. Bei einer passiven Box ist zu prüfen, ob sie diesen Abschnitt nach der bereits zurückgelegten Fahrt noch abdeckt. Fahrzeugstunden dürfen nicht pauschal von der Beanspruchungsdauer der Box abgezogen werden.
Legen Sie fest, wer bei einem Alarm auch außerhalb der Bürozeiten erreichbar ist. Welche geeignete Lagerzone kann die Sendung aufnehmen? Passt diese Zwischenlagerung zur Packanweisung? Ein Echtzeitalarm nützt wenig, wenn niemand rechtzeitig eine zulässige Maßnahme ausführen kann.
Quelle: Pharma IQ: Tackling Temperature Excursions – Interview mit Saddam Huq, GSK (2018).
Umladen und Zwischenlagern in den Vergleich aufnehmen
Listen Sie Abholung, Fahrt, Umschlag, Lagerung und Zustellung auf. Notieren Sie für jeden Abschnitt Dauer, Temperaturkontrolle, zuständige Person oder Firma und Vorgehen bei Verzögerung.
Prüfen Sie konkrete Störungen: Stromausfall, verspätete Abholung, lange geöffnete Fahrzeugtür oder fehlender Kühlplatz. Zwei kombinierte Systeme helfen nur dann zusätzlich, wenn ihr gemeinsamer Einsatz auch unter den betrachteten Bedingungen geprüft ist.
Eine vorgesehene temperierte Zwischenlagerung wird auch als Hibernation bezeichnet. Ihre Wirkung hängt von Lagerbedingungen und Verpackungsaufbau ab.
Kosten für denselben Versandablauf berechnen
Vergleichen Sie beide Konzepte für dieselbe Ware, Menge, Versanddauer und Zustellung. Rechnen Sie neben Kauf oder Miete auch Vorbereitung, Fracht, Betreuung und Rücktransport ein. Eine günstigere Variante kommt nur infrage, wenn sie die Temperaturanforderungen erfüllt.
Die TCO-Berechnung zeigt, welche Kosten zusammengehören. Für die technische Anfrage ist die Liste Ihrer Transportabschnitte hilfreich: Sie lässt erkennen, wo ein aktives System, eine passive Box oder die Kombination benötigt wird.
Quellen
- WHO: Temperature-controlled transport operations, Supplement 12 (2015). Definitionen aktiver und passiver Systeme sowie Anforderungen an den Transportbetrieb.
- Pharma IQ: Tackling Temperature Excursions – Interview mit Saddam Huq, GSK (2018). Interview von 2018, PDF-Seiten 4–10: Erfahrungen mit Temperaturabweichungen und Zuständigkeiten.
Quellen geprüft am 12. September 2026.
Den Transportablauf mit THERMOCON besprechen
Beschreiben Sie, wo die Sendung temperiert transportiert wird und wo sie ohne Temperaturkontrolle wartet. Mit diesen Angaben können wir den benötigten Schutz durch die Verpackung prüfen.