Wissen / Auswahl und Temperaturbereiche

CRT-Versand bei +15 bis +25 °C planen

Auch Produkte für +15 bis +25 °C brauchen beim Versand Schutz vor Hitze und Kälte. Eine isolierte Verpackung verlangsamt den Wärmeaustausch; Wasser oder geeignetes PCM können zusätzlich Wärme aufnehmen und abgeben. Welche Ausstattung genügt, wird mit der vorgesehenen Beladung und dem Temperaturverlauf des Transports geprüft.

Für Ihre Praxis

Wie schützen Wasser oder PCM die Ware vor Hitze und Kälte, wenn +15 bis +25 °C einzuhalten sind?

Hartschalen-Kühlelemente in verschiedenen Größen. Das enthaltene Medium und der Schmelzpunkt sind anhand der Artikelkennzeichnung zuzuordnen.

„CRT“ allein legt den zulässigen Temperaturbereich nicht fest

CRT steht für Controlled Room Temperature. Hier geht es um den ausdrücklich vorgegebenen Transportbereich +15 bis +25 °C. Das Kürzel allein genügt für eine Anfrage nicht, weil seine Definition vom anwendbaren Regelwerk abhängen kann. Übernehmen Sie die konkreten Grenzen aus den Produktunterlagen.

Berücksichtigen Sie auch die Zeit auf der Rampe, im Zustellfahrzeug und im Nachtlager. Die Angabe „nicht kühlpflichtig“ sagt noch nicht, welche Temperaturen die Ware dort verträgt.

Dämmung, Wasser oder PCM: Was kommt infrage?

  • Nur Dämmung: Sie verzögert die Temperaturänderung. Ob das ausreicht, hängt unter anderem von Produktmenge, Starttemperatur, Außentemperaturen und Dauer ab und muss nachgewiesen werden.
  • Temperierte wasserbasierte Elemente: Wasser nimmt beim Erwärmen Wärme auf und gibt beim Abkühlen Wärme ab. Zwischen +15 und +25 °C bleibt es flüssig; ein Fest-Flüssig-Phasenwechsel findet hier nicht statt.
  • PCM mit passendem Schmelzbereich: Beim Schmelzen kann es zusätzlich Wärme aufnehmen, beim Erstarren Wärme abgeben. Dafür muss es vor dem Packen im geeigneten festen beziehungsweise flüssigen Zustand vorliegen.

Wie Sie Material und Vorbereitung aufeinander abstimmen, erläutert der Artikel zum Einsatz von PCM in Thermoverpackungen.

Wasser und PCM anhand derselben Größen vergleichen

Vergleichen Sie, wie viel Wärme dieselbe Masse oder dasselbe Volumen zwischen Starttemperatur und zulässiger Grenze aufnehmen kann. Die spezifische Wärmekapazität beschreibt die Wärmeaufnahme je Masse und Temperaturänderung. Die Schmelzenthalpie beschreibt die Wärmeaufnahme beim Schmelzen je Masse. Beide Kennwerte lassen sich deshalb nicht unmittelbar gegeneinander stellen.

Für Wärmeaufnahme durch Erwärmung gilt näherungsweise Q = m · c · ΔT. Dabei ist Q die Wärmemenge, m die Masse, c die spezifische Wärmekapazität und ΔT die Temperaturänderung. Bei PCM kommt die Wärmeaufnahme durch Schmelzen hinzu, soweit der dafür benötigte feste Anteil vorhanden ist.

Zur Auswahl eines vollständigen Kühlelements gehören auch Füllmenge, Hülle und Wärmeübertragung. Eine pauschale Aussage wie „PCM ist x-mal besser als Wasser“ lässt diese Unterschiede offen.

Rechenbeispiel: Wasser von +20 auf +25 °C erwärmen

Ein Kilogramm Wasser startet bei +20 °C. Bis zur oberen Grenze +25 °C kann es sich um fünf Grad erwärmen. Diese Temperaturdifferenz beträgt 5 Kelvin. Für diese Rechnung dürfen also nicht die gesamten zehn Grad zwischen +15 und +25 °C angesetzt werden.

Mit der vereinfachend konstanten Wärmekapazität c ≈ 4,18 kJ/(kg·K) ergibt sich: Q ≈ 1 kg × 4,18 kJ/(kg·K) × 5 K = 20,9 kJ, entsprechend rund 5,8 Wh. Der gerundete Stoffwert gilt bei +25 °C; über die kurze Temperaturspanne wird er hier näherungsweise konstant verwendet.

Die Rechnung zeigt nur die Wärmeaufnahme des Wassers bis +25 °C. Sie ergibt keine Laufzeit der Box. Dafür müssten unter anderem der Wärmeeintrag über die Zeit, die Produktmasse und der Aufbau berücksichtigt werden. Der Schutz bei Abkühlung bis +15 °C ist gesondert zu betrachten.

Bei internationalen Vorgaben die Definition und Fassung prüfen

Das öffentliche USP-Briefing von 2026 enthält einen Änderungsvorschlag: Die bisherige US-Definition von CRT mit +20 bis +25 °C soll an +15 bis +25 °C angeglichen werden. Ein solcher Vorschlag ist noch keine gültige Neuregelung und ändert keine bestehende Produktvorgabe.

Steht in einer Anfrage nur „ambient“ oder „CRT“, fragen Sie nach dem erlaubten Temperaturbereich und der anzuwendenden Dokumentfassung. So vermeiden Sie, dass Anbieter und Versender von unterschiedlichen Grenzen ausgehen.

PCM für warme und kalte Transportabschnitte vorbereiten

Festes PCM kann beim Schmelzen Wärme aufnehmen. Soll es dagegen durch Erstarren Wärme abgeben, muss ein flüssiger Anteil vorhanden sein. Die Packanweisung legt fest, welche Vorbereitung zum vorgesehenen Verlauf aus Wärme und Kälte passt. „Bei Raumtemperatur lagern“ ist ohne Temperatur, Dauer und zulässige Stapelung zu ungenau.

THERMOCON bietet unter anderem PCM mit Schmelzpunkten bei +18 und +22 °C. Welche Variante geeignet ist, zeigt der Test mit der vollständigen Verpackung.

Auch ein temperiertes Fahrzeug verändert die Bedingungen für die Box. Wie beide zusammenwirken, erklärt der Vergleich von aktiver und passiver Kühlung.

Diese Angaben vor der Systemauswahl zusammenstellen

  • Vorgeschriebener Transportbereich und Temperatur der Ware beim Einpacken.
  • Kleinste und größte Produktmenge mit Abmessungen, Masse und Verpackungsart.
  • Dauer bis zur Einlagerung, einschließlich Wartezeiten und möglicher Verzögerungen.
  • Zu erwartende heiße, kalte und wechselnde Außentemperaturen.
  • Verfügbare Geräte und Platz zur Vorbereitung der Kühlelemente.

Der Leitfaden zur Verpackungsauswahl zeigt, wie Sie diese Angaben mit einem Angebot und Prüfbericht abgleichen. Warum die Produktmenge das Temperaturverhalten beeinflusst, erklärt der Glossarbegriff thermische Masse.

Quellen

Quellen geprüft am 12. September 2026.

PCM für Ihren CRT-Versand auswählen

Nennen Sie den vorgeschriebenen Temperaturbereich, die Starttemperatur der Ware und die erwarteten heißen und kalten Transportabschnitte. Damit lässt sich die passende PCM-Variante prüfen.

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